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Greenpeace hatte zum Start des G8-Treffens eine ganze Protestserie gestartet. Aktivisten erkletterten Kräne, Schornsteine, Förderbänder von fünf italienischen Kohlekraftwerken. Ziel war, die G8-Staatschefs an ihre Pflicht zu erinnern.
Die reichen Industriestaaten sind historisch verantwortlich für den Klimawandel, dessen Fortschreiten wir heute bereits erleben. Die G8 sind darum gefordert, gegenüber anderen Ländern in Vorleistung zu gehen. Dies haben sie bislang vermieden. Auch die ersten beiden Tage des Gipfels verliefen enttäuschend. Ergebnis ist, dass G8- und G5-Staaten sich darauf verständigt haben, die globale Erwärmung dürfe 2 Grad Celsius nicht übersteigen. Das ist wahrhaftig keine revolutionäre Erkenntnis, es ist längst eine Binsenweisheit. Mit welchen Maßnahmen sie das Ziel erreichen wollen, sagen die Regierungschefs uns nicht.
An den italienischen Kraftwerksstandorten wird den Greenpeace-Aktivisten derweil viel Sympathie entgegengebracht. In Marghera bei Venedig brachten Kraftwerksangestellte den Kletterern nach einer kalten Nacht Kaffee und Pasta nach oben. In Vado Ligure bei Genua stellten Anwohner für das Greenpeace-Team spontan eine Party im nahegelegenen Park auf die Beine.
Das Kletterer-Team am vierten Standort, Brindisi, wurde gestern Abend zunächst in Polizeigewahrsam genommen, aber wenige Stunden später wieder freigelassen.