Jetzt spenden
Windkraftanlage vor Steinkohlekraftwerk Mehrum Februar 2004
Paul Langrock / Zenit / Greenpeace

EU-Streit um Erhöhung des Klimaziels

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

In der kommenden Woche muss die Regierung Merkel Farbe beim Klimaschutz bekennen und die Führungsrolle Europas zurückgewinnen, sagt Martin Kaiser, Leiter der Internationalen Klimapolitik, der in Doha die Konferenz verfolgt.

Die Ausgestaltung des Klimaabkommens ist ungewiss. Die großen Klimaverschmutzer wie USA, Japan, Russland, Kanada und Neuseeland sind zu keinen Zugeständnissen bereit. Sie wenden sich vom Kyoto-Protokoll ab. Durch den internen Streit mit Polen ist die EU bei der Gestaltung des Folgeabkommens völlig gelähmt. Polen will sich nicht darauf einlassen das Einsparziel zu erhöhen.

Umweltminister Altmaier muss sich für erhöhtes EU-Ziel einsetzen

Der Ankündigung von Minister Altmaier müssen in der kommenden Woche Taten folgen, sagt Martin Kaiser. Die EU muss in Katar ankündigen, dass sie ihr Klimaziel erhöhen und nicht zulassen wird, dass das Kyoto-Protokoll aufgeweicht wird.

Zu Beginn der Woche hatte Umweltminister Altmaier angekündigt, dass er Europa unterstützen will, die Führungsrolle bei der Klimakonferenz einzunehmen. Das Klimaziel der EU ist es, die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2020 um 20 Prozent im Verhältnis zu 1990 zu senken. 2011 hatte Europa dieses Ziel bereits erreicht, doch eine Steigerung wurde bisher nicht beschlossen.

Um den Handlungsdruck auf USA, China und Russland zu erhöhen, kündigte Altmaier an, auch ohne Polen eine Verschärfung des europäischen Klimaziels anzustreben. Nun muss sich der Umweltminister an seine großen Worte halten.

Merkel muss Umweltminister Altmaier Rückendeckung im Klimaschutz geben

Es ist ein Skandal, dass Minister Rösler die Blockadehaltung Polens de facto unterstützt, kritisiert Martin Kaiser. Die Kanzlerin muss ihren Wirtschaftsminister in die Schranken weisen und dem Umweltminister in Katar ein klares Verhandlungsmandat für mehr Klimaschutz geben.

Da das Kyoto-Protokoll Ende des Jahres ausläuft, muss das Nachfolgeabkommen geklärt werden. Aus der Vertragsperiode 2008 bis 2012 blieben Emissionszertifikate über, die dazu berechtigen 13 Milliarden Tonnen klimaschädliches CO2 auszustoßen. Nun muss entschieden werden, ob diese weiter genutzt werden dürfen.

Die Weiterverwendung liegt im Interesse der osteuropäischen Staaten sowie Ukraine und Russland, da sie noch über große Mengen an Verschmutzungsrechten verfügen. Neben Polen agiert auch Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) gegen die nötige Reform des Emissionshandels.

Das Problem ist, wenn diese CO2-Gutschriften weiter gehandelt werden, ist das Kyoto-Protokoll praktisch wirkungslos. 13 Milliarden Tonnen CO2 entsprechen den EU-Emissionen von drei Jahren. Das erhöhte EU-Klimaziel kann so nicht erreicht werden. Der Umweltminister muss sich für den Klimaschutz einsetzen.

Online-Mitmachaktion

https://act.greenpeace.de/offener-brief-merz

Werden Sie Klimakanzler, Herr Merz!

Als Wahlsieger muss Friedrich Merz (CDU) die Verantwortung für unseren Schutz vor der Klimakrise ernst nehmen. Er soll entscheidende Forderungen für unsere Zukunft in einem neuen Regierungsprogramm verankern.

Jetzt unterzeichnen
0%
vom Ziel erreicht
0
haben mitgemacht
0%
Schriftzug "Climate Crisis" vor Brandenburger Tor

Mehr zum Thema

"Climate Gap"- Protest in Berlin

Union-Forderungen rechtlich bedenklich

In Wahlkampf- und Sondierungszeiten spuckt die Union markige Töne. Doch was von den Ankündigungen ist überhaupt rechtlich zulässig? Ein Rechtsgutachten über die Asyl- und klimapolitischen Forderungen

mehr erfahren über Union-Forderungen rechtlich bedenklich
2006: Der philippinische Vulkan Mayon bricht aus. Rauch und Asche gehen über der Stadt Legazpi nieder.

CO2 & Co: Welche Treibhausgase verursachen den Klimawandel?

Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen der Konzentration von Treibhausgasen und Erderwärmung. Durch das Verbrennen von Kohle, Öl und Gas droht das Klima zu kippen - in rasender Geschwindigkeit.

mehr erfahren über CO2 & Co: Welche Treibhausgase verursachen den Klimawandel?
Martin Kaiser, geschäftsführender Vorstand von Greenpeace Deutschland

Klimaschutz oder Rückschritt?

Am Wochenende ist Bundestagswahl. Doch wohin geht die Reise? Ein Meinungsbeitrag von Martin Kaiser, Geschäftsführender Vorstand Greenpeace Deutschland.

mehr erfahren über Klimaschutz oder Rückschritt?
Windräder vor Sonnenuntergang

Was ist der Treibhauseffekt?

Licht ist die Quelle allen Seins auf unserem Planeten. Dass es auf der Erde ein Klima gibt, in dem Menschen, Tiere und Pflanzen leben können, hängt mit unserer Erdatmosphäre zusammen.

mehr erfahren über Was ist der Treibhauseffekt?
Podium der 21. Klimaschutzkonferenz in Paris 2015

Internationale Klimakonferenzen

Schon in den siebziger Jahren erkannten Forschende: Der Klimawandel wird eine ernste, weltweite Bedrohung für Mensch und Natur. Daher wurde 1979 die erste Klimakonferenz in Genf einberufen. Ein historischer Überblick.

mehr erfahren über Internationale Klimakonferenzen
Braunkohlekraftwerk Niederaussem im Rheinischen Braunkohlerevier

Verursacht der Mensch die Erderwärmung?

Wenn im Laufe der Erdgeschichte das Klima schwankte, dauerte dies Jahrtausende. Tiere und Pflanzen hatten Zeit, sich anzupassen. Der jetzige Klimawandel passiert viel schneller.

mehr erfahren über Verursacht der Mensch die Erderwärmung?