Jetzt spenden
Braunkohle Kraftwerk Jaenschwalde von Vattenfall bei Cottbus, September 2008
Joerg Glaescher / Greenpeace

Neue Studie von WWF und Greenpeace: Deutschland entgehen bis zu 17 Milliarden Euro

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Demnach werden die Ausfälle für Deutschland bis 2020 bis zu 17 Milliarden Euro betragen, falls die EU ihr bisheriges Klimaziel nicht deutlich erhöht und den EU-weiten Handel mit Emissionsrechten (ETS) nicht nachbessert. Vor allem Polen blockiert derzeit die Reformbemühungen.

Die EU hat ihr 2007 unter der Führung von Kanzlerin Merkel beschlossenes Klimaziel für 2020 – 20 Prozent weniger CO2-Ausstoß als 1990 - bereits vergangenes Jahr erreicht. Wenn die Mitgliedsstaaten auf diesem niedrigen Niveau verharren, wird das nicht nur zu Milliardenausfällen führen. Vor allem wird sich der ehemalige Klimachampion EU international lächerlich machen und andere Staaten dazu animieren, beim Klimaschutz ebenfalls auf der Bremse zu stehen, sagt Stefan Krug, Leiter der Politischen Vertretung von Greenpeace.

Grund für die Milliardenausfälle ist der zu erwartende Einbruch bei den Einnahmen aus der Versteigerung von Emissionsrechten. Ab 2013 erhalten viele Unternehmen ihre Emissionsrechte nicht mehr kostenlos, sondern müssen sie ersteigern. Entsprechende Einnahmen sind bei den Mitgliedsstaaten bereits eingeplant, drohen nun aber auszubleiben. Denn am Markt besteht ein Überschuss an Emissionsrechten, dessen Volumen fast dem Jahresausstoß aller vom ETS erfassten Anlagen entspricht. Grund sind große Mengen an Gutschriften aus Auslandsprojekten sowie der Rückgang der Emissionen durch die Wirtschaftskrise seit 2009. Der Preis für eine Tonne CO2 ist seit Monaten auf dem Tiefstand von rund 7 Euro. In Deutschland hatte man zuvor mit 17 Euro kalkuliert.

Studie: EU-Staaten profitieren, Wirtschaft nicht belastet

Unsere Studie zeigt, dass ein verbessertes Klimaschutzziel keine nennenswerten Folgen für die Industrie hat, sagt Juliette de Grandpré, zuständig für Emissionshandel beim WWF. Deutschland hat sich bis 2020 zu einer CO2 Minderung von 40 Prozent verpflichtet. Wenn das EU-Klimaziel nicht ausgebaut wird, brauchen wir nationale Maßnahmen, um den Emissionsausstoß zu reduzieren und den CO2-Preis zu stabilisieren, verdeutlicht de Grandpré.

Die Studie berechnet die Höhe der Versteigerungserlöse, wenn das Reduktionsziel der EU von heute 20 auf 25 bzw. 30 Prozent erhöht und überschüssige Zertifikate aus dem Handel genommen würden. Ergebnis: In allen vier Szenarien steigen die Einnahmen für alle Mitgliedsstaaten. Würde die EU ihr Klimaziel nicht erhöhen, wären bis 2020 Versteigerungserlöse von nur 85 Mrd. Euro zu erwarten. Durch ein 25-Prozent-Ziel könnten die Erlöse auf 148 Mrd. Euro steigen. Greenpeace und WWF plädieren für ein 30-Prozent-Ziel, das 163 Mrd. Euro einbringen würde. Deutschland würde dies rund 13 Mrd. bzw. 17 Mrd. Euro mehr einbringen. Die ETS-Einnahmen fließen hierzulande in den „Energie- und Klimafonds“, mit dem auch die Energiewende finanziert werden soll.

Studie zum Emissionshandel (2012)

Studie zum Emissionshandel (2012)

Anzahl Seiten: 7

Dateigröße: 80.35 KB

Herunterladen

Online-Mitmachaktion

https://act.greenpeace.de/offener-brief-merz

Werden Sie Klimakanzler, Herr Merz!

Als Wahlsieger muss Friedrich Merz (CDU) die Verantwortung für unseren Schutz vor der Klimakrise ernst nehmen. Er soll entscheidende Forderungen für unsere Zukunft in einem neuen Regierungsprogramm verankern.

Jetzt unterzeichnen
0%
vom Ziel erreicht
0
haben mitgemacht
0%
Schriftzug "Climate Crisis" vor Brandenburger Tor

Mehr zum Thema

"Climate Gap"- Protest in Berlin

Union-Forderungen rechtlich bedenklich

In Wahlkampf- und Sondierungszeiten spuckt die Union markige Töne. Doch was von den Ankündigungen ist überhaupt rechtlich zulässig? Ein Rechtsgutachten über die Asyl- und klimapolitischen Forderungen

mehr erfahren über Union-Forderungen rechtlich bedenklich
2006: Der philippinische Vulkan Mayon bricht aus. Rauch und Asche gehen über der Stadt Legazpi nieder.

CO2 & Co: Welche Treibhausgase verursachen den Klimawandel?

Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen der Konzentration von Treibhausgasen und Erderwärmung. Durch das Verbrennen von Kohle, Öl und Gas droht das Klima zu kippen - in rasender Geschwindigkeit.

mehr erfahren über CO2 & Co: Welche Treibhausgase verursachen den Klimawandel?
Martin Kaiser, geschäftsführender Vorstand von Greenpeace Deutschland

Klimaschutz oder Rückschritt?

Am Wochenende ist Bundestagswahl. Doch wohin geht die Reise? Ein Meinungsbeitrag von Martin Kaiser, Geschäftsführender Vorstand Greenpeace Deutschland.

mehr erfahren über Klimaschutz oder Rückschritt?
Windräder vor Sonnenuntergang

Was ist der Treibhauseffekt?

Licht ist die Quelle allen Seins auf unserem Planeten. Dass es auf der Erde ein Klima gibt, in dem Menschen, Tiere und Pflanzen leben können, hängt mit unserer Erdatmosphäre zusammen.

mehr erfahren über Was ist der Treibhauseffekt?
Podium der 21. Klimaschutzkonferenz in Paris 2015

Internationale Klimakonferenzen

Schon in den siebziger Jahren erkannten Forschende: Der Klimawandel wird eine ernste, weltweite Bedrohung für Mensch und Natur. Daher wurde 1979 die erste Klimakonferenz in Genf einberufen. Ein historischer Überblick.

mehr erfahren über Internationale Klimakonferenzen
Braunkohlekraftwerk Niederaussem im Rheinischen Braunkohlerevier

Verursacht der Mensch die Erderwärmung?

Wenn im Laufe der Erdgeschichte das Klima schwankte, dauerte dies Jahrtausende. Tiere und Pflanzen hatten Zeit, sich anzupassen. Der jetzige Klimawandel passiert viel schneller.

mehr erfahren über Verursacht der Mensch die Erderwärmung?