
Klimagipfel-Sonderausgabe des International Herald Tribune
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Die Sonderausgabe der englischsprachigen Zeitung trägt das Datum vom 19. Dezember 2009 - der Tag nach dem Abschluss der entscheidenden UN-Klimakonferenz in Kopenhagen. Dort soll ein neues internationales Klimaschutzabkommen beschlossen werden. Doch die in den Vorbereitungsverhandlungen hat es bisher keine Fortschritte gegeben. Europa ist wie gelähmt, die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel ist abgetaucht, so Greenpeace-Klimaexperte Karsten Smid. Die EU hat sich von anderen Industriestaaten, insbesondere den USA, beim Klimaschutz ausbremsen lassen. Wir wollen die Regierungen an ihre Führungsverantwortung erinnern..
Und die zeigen die versammelten Staatsoberhäupter der nachgemachten Ausgabe reichlich: Der französische Präsident Nicolas Sarkozy verabschiedet die Atomenergie und will nicht mehr in neue Atomkraftwerke, sondern in erneuerbare Energien investieren. Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi hat sich vom Tycoon zum verantwortungsvollen Staatsmann gewandelt, der sich für die Produktion von kleinen, effizienten Autos bei Fiat einsetzt. Und auch die griechische Regierung widersetzt sich nicht länger dem Einsatz von Solarenergie.
Auf dem Titelfoto strahlen die Regierungschefs angesichts einer Einigung zur massiven Reduzierung von Treibhausgasen um die Wette. Bei solchen Ergebnissen schießen auch die Börsenkurse in die Höhe, prognostiziert das Blatt. Wenn erst die politischen Weichen gestellt seien, stehe der Ausweitung der Produktion und des Exports von Technologien im Bereich der erneuerbaren Energien nichts mehr im Wege. Fingierte Anzeigen bebildern eine Welt, in der man Windparks zum Selberbauen bei IKEA kaufen kann.
Wir wollen zeigen, was möglich ist, erklärt Smid den Sinn der Aktion. Denn hinter dem Spaß stecken handfeste Konzepte. Klimaexperten führender Nichtregierungsorganisationen haben die notwendigen Maßnahmen für einen wirksamen Klimaschutz bereits vorgelegt. Angela Merkel muss sich jetzt aktiv in den Verhandlungsprozess einklinken, anstatt durch demonstratives Desintresse den Ausgang der Klimaverhandlungen zu gefährden , fordert Smid. Die Bundesregierung muss eine Reduzierung ihrer Treibhausgase um mindestens 40 Prozent zusagen und 7 Milliarden Euro für internationale Klimaschutzprojekte bereitstellen.