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Obwohl Ritas Auge hunderte von Kilometer von New Orleans entfernt aufs Festland treffen wird, könnten die ergiebigen Regengüsse aus dem riesigen Wolkengebiet die immer noch katastrophale Situation in der Südstaatenmetropole weiter verschärfen.

Bis Donnerstag konnte sich ein Greenpeace-Team ein Bild von der Lage in New Orleans machen. Dann musste es sich selbst auf die Flucht vor Rita begeben. Was sie bislang zu sehen bekamen, verschlägt einem die Sprache.

Bei einem Helikopterüberflug erkennen die Greenpeacer ganze Ortschaften, die nur noch als Ruinen im überfluteten Land stehen. Immer wieder finden sie riesige Ölspuren auf dem Wasser - giftiges Rohöl, gemischt mit Diesel und Benzin. Es stammt von leckgeschlagenen Tanks der großen Ölraffinerien der Gegend. Arbeitstrupps sind dabei die Ölverschmutzung zu bekämpfen - oftmals mit Maßnahmen, die man nur als hilflos bezeichnen kann.

{image_r}In Nairn kämpfen Arbeiter bei einer Shell-Anlage gegen das Öl. Dazu werfen sie große weiße Handtücher auf die Öllachen und sammeln sie wieder ein, sobald sie sich mit dem Öl vollgesogen haben. Die Arbeiter sitzen dabei in kleinen Kähnen und sind lediglich mit Latexhandschuhen und einem Schutzhelm ausgestattet.

Die Anwohner, mit denen die Greenpeacer sprechen, wissen nichts von der Ölverseuchung. Niemand informiert sie über die Gefahren, die von dem giftigen Öl ausgehen. Wo immer ein Stück Land wieder auftaucht, sind Bäume und Gras braun - tot, nachdem sie mit dem ölverschmutzten Seewasser in Berührung kamen.

Auch drei Wochen nach dem Hurrikan Katrina liegen LKW, Autos und Schiffe in der Landschaft verstreut oder hängen gar in den Bäumen. Am Rande der ölverseuchten Sumpfgebiete streunen verwahrloste Kühe, Hunde und Katzen herum: abgemagert und am Verdursten. Und auf den Straßen stauen sich erneut die Autos. Zurückgekehrte Einwohner von New Orleans müssen fliehen - diesmal vor dem Hurrikan Rita.

Die Auswirkungen von Katrina und der bevorstehende Hurrikan Rita machen den Teufelskreis der Abhängigkeit vom Öl nur zu deutlich. Die USA und andere Industriestaaten haben sich vom Öl abhängig gemacht. sie sind so sehr auf Öl angewiesen, dass sie in der ganzen Welt danach suchen, um es zu fördern.

Dann verbrennen wir die Ölprodukte. Doch durch die Verbrennung von Bezin in Autos, Heizöl in Häusern oder in der Industrie wird Kohlendioxid (CO2) in die Atmosphäre freigesetzt. Das führt zum Treibhauseffekt und zur globalen Erderwärmung.{image}

Und das hat - so die Klimaforscher - Stürme mit steigender Zerstörungskraft zur Folge. Ironie des Schicksals: Gerade in den Regionen, in denen am intensivsten Öl verbraucht wird. So kommt es dann auch noch zu riesigen Umweltkatastrophen.

Die Ölkonzerne haben die gewaltige Kraft unterschätzt, die in den Hurrikans steckt, sagt Karsten Smid, Klimaexperte bei Greenpeace. Selbstverständlich müssen die Ölmultis ihre Notfallpläne verbessern, aber langfristig sind Investitionen in Erneuerbare Energien die beste Möglichkeit etwas gegen das vermehrte Auftreten von Naturkatastrophen zu tun.

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